ProDoc-Graduiertenprogramm

„Intermedialität“ ist einer der wegweisenden Leitbegriffe der postmodernen Gesellschaft und Kultur. Dank der weltweit wirksamen Herausbildung des digitalen und hybriden Medienverbunds wuchs in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften die Einsicht in die prägende Rolle der Medien bei der Entstehung und Veränderung kultureller Wahrnehmungsformen und künstlerischer Darstellungsweisen.

Der im ProDoc gewählte Spannungsbogen von der Antike bis zur Postmoderne ist von besonderer Bedeutung für das Verständnis der intermedialen Ästhetiken, die sowohl wissenschaftliche und künstlerische, aber auch politische und kommunikative Diskurse einrahmen und umgestalten. Dieser Formwandel der medialen Inszenierungen und Identifikationen wiederholt und verschiebt wiederum ehemalige Traditionen des Spielerischen, Rituellen und Performativen.

Ziel des Graduiertenprogramms und seiner transdisziplinär orientierten Forschungsarbeiten (Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft, Gräzistik, Theaterwissenschaft) ist es, das Verhältnis von Aisthesis und Medialität in historischer wie systematischer Perspektive zu bestimmen – in den Künsten wie in der medienvermittelten Kommunikation. Das Graduiertenprogramm verbindet begriffsgeschichtliche Reflexionen und Untersuchungen mit der Erkundung neuartigen Kulturtechniken der Theatralität und Intermedialität.

Die Arbeitsform des ProDoc besteht in der von den Doktorierenden, Professoren und internationalen Experten gemeinsam konzipierten und durchgeführten Verbindung von Methodencolloquien, Online-Foren, Forschungsseminaren, Ringvorlesungen und Tagungen, mittels derer die (Zwischen-) Ergebnisse des Projektes projektintern bzw. öffentlich vorgestellt werden.

In der zweiten Phase des ProDoc (Laufzeit 2009-2012) umfasst das interdisziplinäre Forschungsgebiet des Programms die folgenden Bereiche: 1. Struktur und Spielräume intermedialer Ästhetik im digitalen Zeitalter, 2. Mythisch-rituelle Poetik in der griechischen Literatur, 3. Spiel- und Handlungsräume. Topische Interaktionsformen des Narrativen und Dramatischen, 4. Die "Rolle" des Körpers im theatralen Spiel.

 

Das ProDoc "Intermediale Ästhetik. Spiel - Ritual - Performanz" ist ein gemeinsames Graduiertenprogramm an den Universitäten Basel und Bern.