Basler Profil der Medienwissenschaft
Wir forschen und lehren zum Strukturwandel der Medien – von der Keilschrift bis zum Internet. Medienwissenschaft in Basel ist interdisziplinär ausgerichtet. Wir untersuchen in historischer und systematischer Sichtweise den Einfluss der Medien auf Mensch, Kultur und Gesellschaft. Unser Studienfach verbindet eine grundlagenorientierte Reflexion mit der Vermittlung methodischer und medienpraktischer Kompetenzen.
Was ist Medienwissenschaft?
Der weltweite Siegeszug des Multi-Mediums Computer in allen gesellschaftlichen Bereichen hat eine neue Epoche eingeläutet. Doch der Wandel von Epochen war immer schon gebunden an Medienumbrüche – vom Buchdruck über das Kino, das Radio und das Fernsehen bis zum Internet und zur mobilen Kommunikation via Handy und SMS. Medien sind massgeblich beteiligt an der Veränderung von Kultur, Kommunikation und Gesellschaft. Sie prägen unsere Weltwahrnehmung, im Alltag wie in der Kunst. Diese wachsende Bedeutung der Medien führte in der Wissenschaft dazu, die Erforschung der Ursachen und Folgen einem eigenständigen Fach, der Medienwissenschaft, zu überantworten. Ihr wächst die Aufgabe zu, die Struktur und den Wandel der Medien in historischer wie systematischer Perspektive zu untersuchen.
Was ist der Gegenstandsbereich der Medienwissenschaft?
Der Gegenstandsbereich der Medienwissenschaft umfasst alle Medien von der Schrift über Photographie, Film und Fernsehen bis zum Computer. Medienwissenschaft untersucht also alte und neue Medien in ihrer Vielfalt. Medienwissenschaft ist interdisziplinär orientiert und gewinnt ihr eigenständiges Profil im Dialog mit anderen Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, aber auch mit Wissenschaften wie der Informatik.
Was ist Medienwissenschaft in Basel?
Das Profil der Basler Medienwissenschaft ist in der Schweiz einzigartig: Es verbindet den kulturwissenschaftlichen und den sozialwissenschaftlichen Zweig der Medienwissenschaften. Gelehrt werden Kulturtheorien und ästhetische Konzepte der Medien ebenso wie die verschiedenen Ansätze der Mediensoziologie. Medien werden als grundlegende Kulturtechniken untersucht sowie in ihrer Funktion als Massenmedien, insbesondere in der Populärkultur. Aber auch die Dynamik des ökonomischen, institutionellen, politischen und rechtlichen Wandels der Mediengesellschaft gehört zum Untersuchungsfeld der Medienwissenschaft. Schliesslich wird das wissenschaftliche Studium ergänzt durch ein reichhaltiges Angebot medienpraktischer Kurse. Dabei profitiert die Medienwissenschaft vom Angebot der Kultur- und Medienstadt Basel: Radio, Tageszeitungen und eine Vielzahl von Museen, Kultureinrichtungen und Medienzentren bieten ein ideales Umfeld für die Basler Medienwissenschaft. Die Lage am Dreiländereck von Schweiz, Deutschland und Frankreich erlaubt internationalen Austausch und grenzüberschreitende Kooperationen.
Aus welchen Bausteinen setzt sich der Ausbildungsgang zusammen?
Das Fach Medienwissenschaft setzt sich aus fünf eng miteinander verknüpften Modulbereichen zusammen:
- Der Modulbereich Grundlagentheorien der Medienwissenschaft beschäftigt sich mit Geschichte und Theorien der Medien. Hier steht ein kulturwissenschaftlicher und kulturtheoretischer Zugang im Vordergrund. Gegenstand ist insbesondere die geschichtliche Entwicklung der Einzelmedien hin zum digitalen Medienverbund unserer Zeit.
- Der Modulbereich Gesellschaft und Politik umfasst die Bereiche Mediensoziologie, -ökonomie, -recht und -politik. Gegenstand ist der dynamische Wandel der Wissens- und Informationsgesellschaft in nationalem und internationalem Massstab. Unter anderem wird in quantitative und qualitative Methoden der Medienforschung eingeführt.
- Der Modulbereich Wahrnehmung widmet sich den Phänomenen der Medienästhetik und Medienkultur, denn Wahrnehmung findet in und durch Medien statt. Gegenstandsbereich sind sowohl die Künste wie auch die Populärkulturen.
- Der Modulbereich Medientechnologien untersucht die Struktur und Funktionsweise der technischen Medien von innen her sowie aus wissenschaftshistorischer Sicht. Er hat damit die eigentlichen technologischen Mittel und Werkzeuge für Information und Kommunikation zum Gegenstand. Als Kulturtechniken bestimmen diese den Wandel der Speicherung, Übertragung und Verarbeitung von Texten, Bildern und Tönen.
- Und schliesslich steht im Modul Medienpraktischer Kurs die Anwendung im Vordergrund, und zwar in der ganzen Spannbreite – von Printmedien über Film und Fernsehen bis hin zu den neuen computerbasierten Medien. Unter Anleitung kompetenter Medienfachleute wird der flexible und kreative Umgang mit den Techniken der Herstellung, Darstellung und Vermittlung von multimedialen Daten und Formaten eingeübt.
Was sind die Studienvoraussetzungen?
Das Studium erwartet eine hohe Sprachkompetenz und eine historisch ausgerichtete Allgemeinbildung. Gute englische und französische Sprachkenntnisse werden empfohlen (Latein ist zwar keine unbedingte Studienvoraussetzung mehr, gleichwohl empfehlen wir, sich Lateinkenntnisse anzueignen). Kenntnisse im Umgang mit den Medien sind von Vorteil, werden aber auch – exemplarisch – im Rahmen der Medienpraktischen Kurse vermittelt.
Was sind die Studienziele und Berufsperspektiven?
Multimedia, Hypertext und Cyberspace sind die vorläufigen Stichworte für eine Medienkompetenz, die nicht mehr nur an die Text-Welt der Printmedien gebunden ist. Im Studienfach Medienwissenschaft erwerben die Studierenden die kultur- und sozialwissenschaftliche Kompetenz der Analyse des gesamten Medienspektrums. Darüber hinaus erwerben sie medienpraktische Kompetenzen.
Das Studium vermittelt also in erster Linie medientheoretisches und -historisches Reflexionswissen, während in einem zweiten Schwerpunkt der Ausbildung ein medienpraktisches Orientierungswissen vermittelt wird, das den sich stetig wandelnden Berufsprofilen im Bereich der Medienkommunikation und -gestaltung gerecht wird. Im Einzelnen erwerben die Studierenden
- die kulturwissenschaftliche Kompetenz der Analyse medialer Ausdrucksformen und Techniken in Kultur, Gesellschaft und Ästhetik (historisch vergleichendes Reflexionswissen),
- die methodische Kompetenz der Evaluierung und Entwicklung von Untersuchungs- und Forschungsansätzen (epistemologisches Wissen), sowie
- die praxisbezogene Kompetenz des flexiblen Umgangs mit den Techniken der Herstellung, Darstellung und Vermittlung von Texten, Bildern und anderen Daten für unterschiedliche Berufsfelder (medienpraktisches Orientierungswissen).
Diese im Studium erworbenen Kompetenzen befähigen die Studierenden zu schöpferischen, kommunikativen und organisatorischen Tätigkeiten in den Massenmedien, im Kulturbereich wie auch in der Unternehmenskommunikation (PR). Private und öffentliche Arbeitgeber, Schulen und Hochschulen, Museen, Theater, Film und Neue Medien sind das vielgestaltige Berufsfeld, für welches das Studium der Medienwissenschaft qualifiziert.


